Der “Aufschrei” – my two cents

Sexismus ist etwas alltägliches. Und gleichzeitig auch wieder nicht. Denn bis vor einigen Tagen war der „Alltagssexismus“ nichts, worüber man sprach. Nun kommt das Thema an die Oberfläche, es gibt einen Aufschrei auf Twitter. Das ist gut so, denn es regt (hoffentlich) zum Nachdenken an und schärft unsere Wahrnehmung. Im besten Fall ändert sich tatsächlich auch etwas. Mit “unsere” meine ich in diesem Fall übrigens hauptsächlich die von uns Männern.

Ich habe mittlerweile einige Blogbeiträge zum Thema gelesen und werde hier nicht nochmal alles aufrollen, sondern nur meine Gedanken zur Zukunft kurz darstellen.
Am weitesten verbreitet ist vermutlich Meike Lobos Das Schreien der Lämmer.

Einzig ihre Forderung, dass sich Frauen doch bitte immer wehren sollen, geht an der Realität vorbei. Es wäre wünschenswert, wenn das funktionieren würde, aber aus verschiedenen Gründen ist esleider utopisch. In den Kommentaren werden zum Beispiel Abhängigkeiten genannt, die lähmend wirken (können). Dazu kommt, dass man in manchen Situationen schlicht und einfach nicht gleich realisiert, dass das gerade wirklich passiert ist. Bis das Gehirn dann schaltet, ist es für eine direkte Reaktion zu spät. Es gibt vermutlich so viele Gründe dafür, wie es Frauen gibt. Die Forderung an die Frauen bleibt aber: Wehrt euch! Sagt uns, wenn eure persönliche Grenze überschritten wurde!

Und was ist mit uns Männern? Wir sollten jetzt vor allem eines machen: Zuhören. Erst einmal einfach nur zuhören. Wir haben gerade die Chance zu erfahren, wie unterschiedliche Frauen empfinden. Was sie stört, sie uns aber nicht immer direkt sagen (können). Und dann sollten wir anfangen, danach zu handeln. Und zwar, wie Meike sagt, zusammen. Wir sollten uns bewusst machen, wie unsere Worte und Taten ankommen können. Das bedeutet auch einmal nachzufragen, wie sie wirklich angekommen sind. So können wir helfen, die Barriere des Schweigens zu durchbrechen.

Am Ende steht hoffentlich tatsächlich dieser so wichtige Dialog und dann sehe ich auch die Chance, zu einem vernünftigen und für alle zufriedenstellenden Miteinander zu kommen. Wenn wir das gemeinsam angehen.

Nachtrag: Ich habe diesen Text jetzt zig Male umgeschrieben, dann doch wieder in die alte Form gebracht, wieder etwas geändert .. Ich hoffe, dass es jetzt verständlich ist. Habe fertig.

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2 Antworten auf Der “Aufschrei” – my two cents

  1. Sven sagt:

    Zuhören ist wichtig und zwar in allen Situationen. Viel schlimmer finde ich, wenn Opfer zu Tätern gemacht werden. Diesen Vorwurf konnte ich inzwischen unter vielen Blogeinträgen lesen und ich glaube, dass ist das erste Problem, welches gelöst werden muss. Opfer müssen die Solidarität der Gesellschaft erhalten, nicht die Täter.

    • Michael sagt:

      Dann lese ich vielleicht die falschen Blogs. “Selbst schuld” Beiträge sind mir zwar auch untergekommen, aber zum Glück nur wenige. Zumindest was die allgemeine Debatte angeht. Beim Fall Brüderle schon eher, aber ich sehe das als zwei Debatten, die zwar verbunden, aber doch unterschiedlich sind.

      Um Schuldzuweisungen ging es mir aber auch nicht, eher um eine mögliche Lösung. Das Opfer-Thema haben auch schon viele, viele andere beschrieben.

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